Spannbettlaken richtig aufziehen – Schritt für Schritt erklärt

Es klingt nach einer Tätigkeit, die keine Erklärung braucht. Laken drüberziehen, fertig. Und trotzdem ist das Aufziehen eines Spannbettlakens eine der Aktivitäten, bei der erstaunlich viele Menschen eine Technik anwenden, die das spätere Verrutschen geradezu begünstigt.

Nicht absichtlich natürlich. Es ist einfach so, wie man es irgendwann angefangen hat zu machen – und es hat nie jemand korrigiert.

Die häufigste Methode – und ihr Problem

Die meisten Menschen ziehen ein Spannbettlaken so auf: alle vier Ecken grob drüber, dann rundherum nacharbeiten und den Stoff glattziehen. Das Ergebnis wirkt ordentlich, und kurzfristig sitzt das Laken auch. Aber diese Methode erzeugt ungleiche Spannungsverteilung.

Wenn alle vier Ecken gleichzeitig und ungefähr gleich stark gesetzt werden, entsteht in der Mitte oft mehr Stoff als an den Ecken nötig. Der Gummi wird dabei manchmal gar nicht richtig unter die Matratze geführt, sondern sitzt auf Höhe der Matratzenkante. Das reicht für den Moment – aber nicht für die Nacht.

Die Diagonalmethode – so geht es richtig

Der entscheidende Unterschied liegt in der Reihenfolge. Statt alle vier Ecken gleichzeitig zu setzen, arbeitet man diagonal: erst eine Ecke vollständig setzen, dann die gegenüberliegende Ecke auf der anderen Seite des Bettes – also nicht die benachbarte Ecke, sondern die diagonal gegenüberliegende.

Schritt 1: Eine Ecke des Lakens vollständig über eine Matratzenecke ziehen. Darauf achten, dass der Gummizug wirklich unter der Matratzenkante sitzt – tief genug, dass er sich nicht beim ersten Zug wieder löst.

Schritt 2: Zur diagonal gegenüberliegenden Ecke wechseln. Das Laken dabei leicht straffen, bevor die zweite Ecke gesetzt wird. Der Stoff soll nicht schlapp hängen, aber auch nicht mit maximaler Kraft gezogen werden.

Schritt 3: Eine der beiden verbleibenden Ecken setzen – wieder vollständig, Gummi unter der Matratze.

Schritt 4: Die letzte Ecke. Hier entsteht naturgemäß der meiste Widerstand, weil das Laken jetzt von drei Seiten gespannt ist. Einfach die Ecke zusammenfalten, unter die Matratze drücken und den Gummi gleichmäßig verteilen.

Das Ergebnis ist eine gleichmäßige Spannung über alle vier Ecken – und ein Laken das nicht schon beim Einschlafen an einer Seite nachgibt.

Worauf man beim Aufziehen noch achten sollte

Der Gummizug muss wirklich unter der Matratze liegen, nicht nur an der Kante. Bei dünnen Matratzen ist das einfach, bei dicken braucht es etwas mehr Kraft oder einen kurzen Handgriff mit dem Finger, um den Gummi nach unten zu führen.

Außerdem gilt: Laken nicht mit übermäßiger Kraft stramm ziehen. Zu viel Zug belastet den Gummi unnötig und beschleunigt das Nachlassen der Elastizität. Das Laken soll straff sitzen, nicht aufgebläht wie eine Trommel.

Wer das Bett regelmäßig frisch bezieht, entwickelt mit dieser Methode schnell eine Routine, die kaum länger dauert als die alte – aber deutlich bessere Ergebnisse liefert.

Wenn das korrekte Aufziehen allein nicht ausreicht

Bei Matratzen mit sehr glatter Oberfläche, stark ausgeleiertem Gummi oder unpassender Lakengröße hilft auch die beste Technik nur begrenzt. Dann sind zusätzliche Maßnahmen sinnvoll.

Wer sein Laken grundlegend stabilisieren möchte, kann die Aufziehtechnik mit einem Bettlakenspanner oder Spanngurt kombinieren. Und wer die amerikanische Einschlag-Methode kennenlernen möchte, bei der gar kein Gummi nötig ist, findet dazu einen eigenen Artikel: Wie machen die Amerikaner ihre Betten – und warum rutscht dort weniger.