Bettlaken im Kinderbett rutscht – warum es dort besonders oft passiert

Eltern kennen das Bild: Man schaut morgens ins Kinderzimmer und das Kind liegt irgendwie quer, die Decke ist auf dem Boden, und das Laken hat sich zu einem Knäuel unter dem Rücken zusammengeschoben. Für Erwachsene ist das schon lästig genug – aber bei Kleinkindern und Kitakindern kann es auch nachts passieren, wenn das Kind merkt dass etwas nicht stimmt und aufwacht.

Warum passiert das im Kinderbett eigentlich so viel häufiger als im Erwachsenenbett?

Kinder schlafen anders

Das ist der Kern des Problems. Kleine Kinder – grob gesagt bis etwa sechs oder sieben Jahre – schlafen nicht still. Sie rollen, drehen sich, rutschen ans Bettende, ziehen die Knie hoch, strecken sich aus, wachen kurz auf und bewegen sich dabei erheblich.

Manche Kinder schaffen es in einer Nacht, sich fast komplett umzudrehen: Kopf an einem Ende eingeschlafen, Füße am anderen aufgewacht. Jede dieser Bewegungen zieht das Laken ein Stück mit.

Bei Erwachsenen verteilen sich die Bewegungen über eine große Matratze. Im Kinderbett ist die Fläche deutlich kleiner – ein 70×140-Laken hat wenig Puffer, und schon wenige große Drehbewegungen bringen den Gummi einer Ecke an seine Grenze.

Kleinere Matratzengröße, weniger Toleranz

Ein weiterer Faktor: Die Einbautiefe bei Kinderbett-Laken ist oft knapp bemessen. Viele günstige Kinderbettlaken haben eine Einbautiefe von 10 bis 15 cm – was für eine flache Kindermatratze ausreicht, aber keinen Spielraum lässt.

Wenn die Matratze etwas dicker ist, etwa bei modernen Kaltschaummatratzen für Kinder mit 10 bis 12 cm Höhe, sitzt der Gummi nicht sicher unter der Matratze, sondern an der Kante. Und dann reicht eine kräftige Drehbewegung im Schlaf, um eine Ecke zu lösen.

Matratzenbezüge bei Kindermatratzen

Viele Kindermatratzen haben wasserdichte oder wasserabweisende Bezüge – praktisch für Unfälle, aber glatt. Genau wie beim Erwachsenenbett ist das eine der Ursachen dafür, dass das Laken auf der Matratze gleitet statt zu haften.

Ein einfacher Matratzenschoner oder eine Antirutschmatte unter dem Laken löst das in den meisten Fällen schnell.

Was Eltern konkret tun können

Zunächst lohnt es sich die Einbautiefe des Lakens zu prüfen. Für eine 10 cm hohe Kindermatratze braucht man ein Laken mit mindestens 15 cm, besser 18 bis 20 cm Einbautiefe.

Jersey-Laken sind für Kinderbetten besonders gut geeignet: Sie dehnen sich mit, passen sich an Bewegungen an, und haben eine etwas rauere Oberfläche als Perkal oder Satin.

Spanngurte sind für Kinderbetten möglich, aber man sollte darauf achten dass sie vollständig unter der Matratze liegen und keine losen Enden haben, an denen sich ein Kind verfangen könnte. Modelle die als Dreieck unter die Matratze gespannt werden und keine Clips auf der Oberseite haben, sind hier sicherer.

Wann es sich lohnt das Laken komplett zu wechseln

Wenn das Kinderbettlaken schon mehrere Jahre alt ist und der Gummi deutlich nachgelassen hat, ist ein Austausch oft die einfachste Lösung. Kinderlaken sind günstiger als Erwachsenenlaken, und ein neues Laken mit ausreichender Einbautiefe und intaktem Gummizug löst das Problem in vielen Fällen sofort.

Wer nach dem Wechsel immer noch Probleme hat, findet im Artikel über die häufigsten Ursachen für rutschende Bettlaken weitere Hinweise – die meisten Gründe gelten für Kinderbetten genauso wie für Erwachsenenbetten.