Das Boxspringbett ist in den letzten Jahren zum Standard geworden. Wer sich eines kauft, erlebt oft kurz danach eine unerwartete Nebenwirkung: Die Laken die vorher am normalen Bett problemlos gehalten haben, halten hier einfach nicht mehr. Ecken lösen sich, das Laken wandert, manchmal ist es morgens komplett auf einer Seite der Matratze zusammengeschoben.
Das ist kein Zufall und kein Qualitätsproblem – es hat mit der Konstruktion des Boxspringbetts zu tun.
Was ein Boxspringbett anders macht
Bei einem klassischen Lattenrostbett liegt die Matratze auf einem Rahmen mit beweglichen Leisten. Das System ist relativ flach, die Matratze hat eine definierte Höhe, und ein Standardlaken deckt das in der Regel gut ab.
Ein Boxspringbett besteht aus mehreren Schichten: dem Boxspring-Unterbau, darüber der eigentlichen Schlafmatratze, und manchmal noch einem zusätzlichen Topper. Allein die Schlafmatratze ist oft 20 bis 25 cm hoch – und sitzt dann auf einem Unterbau, der das Gesamtkonstrukt auf 60, 70 oder mehr Zentimeter Gesamthöhe bringt.
Das Laken wird natürlich nicht über das gesamte Bett gezogen, sondern nur über die Schlafmatratze. Aber genau diese Matratze ist meistens deutlich dicker als eine Standardmatratze – und genau dafür sind die meisten Standardlaken nicht gemacht.
Der Matratzenbezug als stiller Mitspieler
Ein weiterer Faktor, den man beim Boxspringbett häufiger antrifft als bei anderen Bettentypen: sehr glatte Bezugsstoffe an der Schlafmatratze. Viele Boxspring-Matratzen haben Bezüge aus Strickware, Jacquard oder anderen Materialien mit wenig Oberflächenreibung – optisch hochwertig, aber rutschfördernd.
Kombiniert man das mit einem Spannbettlaken aus glattem Perkal oder mercerisierter Baumwolle, hat man zwei glatte Oberflächen aufeinander. Das Laken hält dann auch bei perfekter Größe kaum noch.
Was in der Praxis hilft
Der erste Schritt ist immer die Einbautiefe des Lakens zu prüfen. Bei einer 25 cm Schlafmatratze braucht man ein Laken mit mindestens 30 cm Einbautiefe – besser 35 cm. Wer das bisher ignoriert hat, findet hier oft schon die Hauptursache.
Der zweite Schritt: Wenn der Matratzenbezug sehr glatt ist, lohnt sich ein Matratzenschoner mit strukturierter Baumwolloberfläche als Zwischenlage. Der Schoner liegt auf der Matratze, bietet dem Laken eine rauere Kontaktfläche – und löst das Gleitproblem zuverlässig.
Wer beides probiert hat und das Laken immer noch wandert, greift am besten zu Spanngurten mit Metallclips. Diese halten die Ecken mechanisch unter der Matratze, unabhängig von Einbautiefe oder Materialfrktion.
Ein Punkt der oft übersehen wird
Beim Boxspringbett bewegt sich manchmal nicht das Laken auf der Matratze, sondern die Matratze selbst auf dem Boxspring-Unterbau. Wenn die Schlafmatratze keinen festen Sitz auf dem Unterbau hat – etwa weil die Oberfläche des Boxsprings glatt ist oder weil die Matratze zu klein für den Rahmen ist – verschiebt sie sich leicht bei jedem Einschlafen. Das Laken folgt dieser Bewegung, und das Ergebnis sieht aus wie ein rutschendes Laken.
In diesem Fall helfen keine neuen Laken. Hier muss die Matratze selbst fixiert werden – entweder durch eine Antirutschmatte zwischen Boxspring und Matratze oder durch einen Rahmen mit Kantenschutz.
Wer verstehen möchte welche Laken für hohe Matratzen grundsätzlich geeignet sind, findet das im Artikel über Spannbettlaken für hohe Matratzen. Und wer direkt alle Lösungswege im Überblick haben möchte, ist beim zentralen Lösungsartikel gut aufgehoben.
